Deutsche Unternehmen, die über Mailchimp hinausschauen, haben in der Regel drei Varianten zur Auswahl: SaaS mit Sitz in Deutschland, SaaS mit Sitz in der EU oder ein Self-Hosted Setup. Jede Option verändert die Frage nach dem Drittlandtransfer auf andere Weise. Diese Seite vergleicht sechs der glaubwürdigsten Kandidaten, nüchtern nach Vor- und Nachteilen und ohne Panikmache.
Wir sind keine Anwälte und diese Seite ist keine Rechtsberatung. Konkrete Empfehlungen für Ihr Unternehmen sollten von einem qualifizierten Datenschutzbeauftragten (DSB) oder einer Anwaltskanzlei kommen.
Für wen diese Seite gedacht ist
Für deutsche Unternehmen, Gründerinnen und Gründer sowie technisch versierte Marketer, die eine Mailchimp Alternative unter DSGVO-Gesichtspunkten prüfen. Wir behandeln drei deutsche SaaS-Produkte, zwei SaaS-Anbieter aus der EU und eine Self-Hosted Option (Broadcast). Einen Abschnitt zu Österreich und der Schweiz finden Sie weiter unten.
Für jedes Tool: wo das Unternehmen sitzt, wo die Daten verarbeitet werden, wie der AVV aussieht, wie das Preismodell funktioniert und wo der ehrliche Kompromiss liegt.
Eines der etabliertesten deutschen Newsletter-SaaS-Tools, gegründet 2007 und nach eigener Aussage unabhängig in Privatbesitz. Server in Deutschland und der EU (den Hosting-Anbieter nennt CleverReach nicht), AVV als Standard-Download verfügbar. Gut geeignet für KMU und Mittelstand, die einen Editor im Mailchimp-Stil mit einem deutschen Betreiber wollen. Mehr dazu in unserem CleverReach-Vergleich.
Vorteile
Nachteile
Deutsches Newsletter-SaaS mit Fokus auf kleinere Teams und saubere Compliance-Voreinstellungen. rapidmail wurde 2021 von Sarbacane übernommen; die Gruppe heißt seit 2022 Groupe Positive, mit Sitz in Hem (Frankreich). Die Plattform Sarbacane heißt seit Ende Mai 2026 Positive User. Veröffentlichter AVV, Double Opt-in als Standardablauf. Wird oft als reibungsarme Mailchimp Alternative für deutsche KMU genannt.
Vorteile
Nachteile
Deutsches Newsletter-SaaS mit Enterprise-Ausrichtung, beliebt bei größeren Mittelständlern und Agenturen. Standard-AVV, umfangreichere Automationen und Segmentierung als CleverReach oder rapidmail. mailingwork gehört seit Januar 2024 ebenfalls zur Groupe Positive und wird weiter als eigene Marke betrieben. Die Gruppe hat Sarbacane Ende Mai 2026 in Positive User umbenannt und angekündigt, mailingwork in diese Plattform zu integrieren. Klären Sie vor einem Wechsel, wie es mit dem Produkt weitergeht.
Vorteile
Nachteile
Französischer Betreiber (rechtlich weiterhin Sendinblue SAS) mit Hosting bei OVH in Frankreich und Google Cloud in Belgien, preislich attraktiv für KMU, die EU-Speicherung wollen, sich aber nicht auf einen deutschen Anbieter festlegen möchten. Enthält neben dem Newsletter auch Transaktions-E-Mails, SMS und CRM-Funktionen.
Vorteile
Nachteile
In Litauen gegründet, seit 2022 im Besitz der börsennotierten Vercom S.A. aus Posen (Polen). Vertragspartner für Kunden im EWR ist seit den Nutzungsbedingungen vom 22. September 2026 die MailerLite Limited in Dublin. Gehostet wird auf Google Cloud in Deutschland und den Niederlanden. Gut kalkuliert für Creator und kleine Listen, der Gratistarif reicht bis 250 Abonnenten. Guter Editor, einfache Automationen, transparente Preise. Die EU-Konzernstruktur nimmt die Frage nach der US-Muttergesellschaft aus der Betrachtung, der Cloud-Anbieter Google hat aber einen US-Mutterkonzern. Mehr dazu in unserer MailerLite-DSGVO-Einschätzung.
Vorteile
Nachteile
Sie installieren Broadcast auf einem Server, den Sie kontrollieren, typischerweise bei Hetzner in Falkenstein oder Nürnberg. Die Abonnentendatenbank liegt auf Ihrer Maschine. Den SMTP-Anbieter wählen Sie selbst. Es gibt keinen geteilten SaaS-Mandanten. Das Gesamtbild ändert sich nur so weit, wie sich Ihr gesamter Stack ändert, und ein Unternehmen wird dadurch nicht automatisch DSGVO-konform.
Vorteile
Nachteile
Die DSGVO-relevanten Merkmale nebeneinander. Die Preisbeispiele sind Richtwerte, prüfen Sie die aktuellen Konditionen beim jeweiligen Anbieter.
| Tool | Firmensitz | Verarbeitungsregion | Risiko US-Mutter? | Preismodell |
|---|---|---|---|---|
| CleverReach | Deutschland | Deutschland und EU | Nein | SaaS pro Empfänger |
| rapidmail | Deutsches Produkt, Konzern Frankreich | EU | Nein | SaaS-Abo |
| mailingwork | Deutsches Produkt, Konzern Frankreich | EU | Nein | SaaS nach Absprache |
| Brevo | Frankreich | EU (Frankreich, Belgien) | Nein | SaaS pro Versand |
| MailerLite | Irland (EWR-Vertragspartner), Konzern Polen | EU (Google Cloud, DE und NL) | Nein | SaaS pro Abonnent |
| Broadcast (Self-Hosted) | Ihre Wahl | Ihre Wahl (z. B. Hetzner DE) | Keines auf Anwendungs- und Datenbankebene bei EU-Hosting | Einmalige Lizenz plus Infrastruktur |
„Risiko US-Mutter“ meint die strukturelle Exposition gegenüber Cloud Act und FISA, die bei US-kontrollierten Anbietern unabhängig vom Standort des EU-Rechenzentrums besteht. Keine dieser Alternativen hat eine US-Muttergesellschaft, und genau das ist der entscheidende Unterschied zu Mailchimp. Prüfen Sie trotzdem die Unterauftragsverarbeiter: MailerLite hostet bei Google Cloud, Brevo listet unter anderem Cloudflare. Stand der Angaben: September 2026.
Eine kurze Entscheidungshilfe entlang der Käuferprofile, die uns am häufigsten begegnen.
Die Auswahl oben gilt im ganzen deutschsprachigen Raum. Die Rechtslage unterscheidet sich aber im Detail.
In Österreich gilt die DSGVO wie in Deutschland. Die österreichische Datenschutzbehörde hat mit Bescheid vom 22. Dezember 2021 entschieden, dass der Einsatz von Google Analytics durch einen österreichischen Websitebetreiber gegen Art. 44 DSGVO verstieß. Die Garantien für die Übermittlung an Google in den USA reichten nicht aus. noyb hat die Entscheidung am 13. Januar 2022 veröffentlicht. Es war die erste Entscheidung zu den 101 Musterbeschwerden, die noyb nach Schrems II eingereicht hatte.
Die Entscheidung fiel vor dem Data Privacy Framework von 2023. Sie zeigt aber, wie österreichische Aufsicht bei US-Tools prüft: konkret, am einzelnen Einsatz, mit Blick auf die tatsächlichen Schutzmaßnahmen.
Quelle: noyb, Entscheidung D155.027
In der Schweiz gilt nicht die DSGVO, sondern das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), in Kraft seit dem 1. September 2023. Zuständig auf Bundesebene ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB). Seit dem 15. September 2024 gelten die USA für Unternehmen, die unter dem Swiss-US Data Privacy Framework zertifiziert sind, als Land mit angemessenem Schutz.
Für öffentliche Stellen hat privatim, die Vereinigung der kantonalen und kommunalen Datenschutzbehörden, eine Resolution vom 18. November 2025 verabschiedet, veröffentlicht am 24. November 2025: Sensible oder geheimhaltungspflichtige Personendaten in internationale SaaS-Lösungen auszulagern, sei in den meisten Fällen nicht zulässig, außer die Behörde verschlüsselt selbst und der Anbieter hat keinen Zugriff auf die Schlüssel. Das ist eine Empfehlung, kein Verbot. Mehr dazu auf unserer Seite zu Newsletter-Software in der Schweiz.
Broadcast macht Sie nicht automatisch DSGVO-konform. Es gibt Ihnen ein einfacheres Infrastrukturmodell: Ihre Liste, Ihr Server, Ihre Datenbank, Ihr gewählter SMTP-Anbieter.
Comparisons cover the tradeoffs. How To covers whether Broadcast does the specific thing you need, organized by what you are trying to accomplish rather than by feature name. If the answer is no, it says no.
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"I was tired of spending hundreds per month on Beehiiv. Then I found Broadcast and now I can scale at my own pace without burning money I worked hard for."
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