Mailchimp lässt sich in Deutschland einsetzen, sauber wird es aber erst mit echter juristischer Arbeit: einem Transfer Impact Assessment, der laufenden Prüfung der EU-US-Transferlage und einem Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dokumentierten zusätzlichen Garantien. Diese Seite erklärt die Rechtslage, was der Mailchimp-AVV abdeckt und was nicht, und wie eine Self-Hosted Alternative wie Broadcast das Risikoprofil vereinfachen kann, ohne zu übertreiben, was Self-Hosting tatsächlich löst.
Wir sind keine Anwälte und diese Seite ist keine Rechtsberatung. Konkrete Hinweise für Ihr Unternehmen sollten von einem qualifizierten Datenschutzbeauftragten (DSB) oder von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt kommen.
Für wen diese Seite gedacht ist
Für deutsche Unternehmen, die den Komfort von Mailchimp schätzen, aber die Compliance-Arbeit rund um US-Datentransfers nicht mögen. Wenn Sie Ihre Abonnentendatenbank auf einer Infrastruktur wollen, die Sie selbst kontrollieren: Broadcast ist die Self-Hosted Mailchimp-Alternative für Deutschland, eine DSGVO-freundliche Newsletter-Software, die Ihre Liste, Ihren Server und Ihre SMTP-Wahl in Ihre Hand legt.
| Frage | Mailchimp | Broadcast Self-Hosted |
|---|---|---|
| Wo liegt die Liste? | Mailchimp-/Intuit-Stack | Auf Ihrem Server |
| US-Transferproblem? | In der Regel ja, Prüfung erforderlich | Mit reinem EU-Stack vermeidbar |
| Monatlicher Preis pro Abonnent? | Ja | Nein |
| Erklärung gegenüber dem DSB | Aufwendiger (TIA, SCC, zusätzliche Garantien) | Einfachere Infrastruktur |
| Kontrolle über die Infrastruktur | Begrenzt | Hoch |
| Wahl des SMTP-Anbieters | Von Mailchimp vorgegeben | Sie wählen (EU-Optionen verfügbar) |
Die ausführliche Aufschlüsselung folgt weiter unten.
Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat 2021 den Mailchimp-Einsatz eines konkreten Unternehmens für unzulässig gehalten. Der Fall ist bis heute der meistzitierte Bezugspunkt in deutschen DSGVO-Bewertungen von Mailchimp.
Ein deutsches Unternehmen hatte die E-Mail-Adressen von Newsletter-Empfängern an Mailchimp übermittelt. Das BayLDA prüfte die Übermittlung im Licht von Schrems II und kam zu diesem Ergebnis:
Quelle: BayLDA, Aktenzeichen LDA-1085.1-12159/20-IDV vom 15. März 2021, bekannt geworden Ende März 2021 und vom EDSA in seinen nationalen Meldungen aufgegriffen. Aktenzeichen und Datum geben unter anderem SKW Schwarz und datenrecht.ch wieder. Ein Bußgeld wurde nicht verhängt. Die Entscheidung betrifft einen konkreten Einzelfall. Sie erklärt Mailchimp in Deutschland nicht generell für unzulässig, wird von deutschen Datenschutzbeauftragten aber weithin als Richtungsvorgabe behandelt.
Praktisch heißt das: Deutsche Unternehmen können Mailchimp einsetzen, belastbar wird der Einsatz aber nur mit dokumentierter Compliance-Arbeit, einschließlich eines TIA mit zusätzlichen Garantien. Viele Unternehmen halten diesen Aufwand für vertretbar, andere nicht und wählen entweder einen Anbieter mit Sitz in der EU oder eine Self-Hosted Alternative.
Zwei Gegebenheiten des US-Rechts prägen die Lage bei EU-US-Übermittlungen an jeden US-Anbieter, auch an Mailchimp.
In der Rechtssache C-311/18 (Juli 2020) hat der Gerichtshof der EU das Privacy Shield für ungültig erklärt. Begründung: Das US-Überwachungsrecht (FISA 702, Executive Order 12333) gibt EU-Bürgern keine wirksamen Rechtsbehelfe gegen Datenzugriffe von US-Behörden. SCC bleiben möglich, der Datenexporteur muss aber vor der Übermittlung ein Transfer Impact Assessment durchführen und bei Bedarf zusätzliche Garantien umsetzen.
Das EU-US Data Privacy Framework (Juli 2023) ist der Nachfolger des Privacy Shield. Es erlaubt Übermittlungen an zertifizierte US-Unternehmen ohne separate SCC und verbessert die Transferlage für diese Anbieter. Mailchimp gibt an, dass The Rocket Science Group LLC d/b/a Mailchimp von der Data-Privacy-Framework-Zertifizierung von Intuit erfasst ist; der DPF-Eintrag von Intuit ist im Register als aktiv geführt, die nächste Rezertifizierung ist laut Register am 11. Dezember 2026 fällig (Stand September 2026). Mailchimp nennt die Standardvertragsklauseln als Rückfallebene. Das DPF beendet allerdings weder die rechtliche Diskussion über US-Zugriffsgesetze noch mögliche künftige Klagen. Für risikoscheue deutsche Unternehmen bleibt eine reine EU-Infrastruktur oder Self-Hosting oft leichter gegenüber einem DSB zu erklären.
Der Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act (2018) verpflichtet US-Unternehmen zur Herausgabe von Daten an US-Behörden, auch wenn diese Daten in einem EU-Rechenzentrum liegen.
Konkret: Selbst wenn Mailchimp Ihre Daten ausschließlich in Europa speichern würde, unterläge Intuit als US-Muttergesellschaft weiterhin US-Herausgabeanordnungen.
Das ist die strukturelle Hürde, die Verträge allein nicht vollständig lösen können.
Stand: September 2026
Was ein deutsches Unternehmen jetzt tun sollte
Nichts überstürzen, aber vorbereitet sein. Dokumentieren Sie Ihr Transfer Impact Assessment so, dass es auch ohne DPF trägt. Kennen Sie Ihre Rückfallebene: bei Mailchimp die Standardvertragsklauseln mit den zusätzlichen Garantien, die Schrems II verlangt, oder ein Wechsel zu einer Lösung ohne US-Transfer. Stimmen Sie beides mit Ihrem DSB ab, bevor ein Gericht den Zeitplan vorgibt.
Was passiert, wenn das Data Privacy Framework fällt? Szenario und Checkliste für den DSB →
Quellen: Rechtsmittel C-703/25 P (ABl. C/2025/6610), Trump v. Slaughter, No. 25-332, noyb-Schreiben vom 30. Juni 2026, PCLOB, IAPP zum EDSA-Schreiben, IAPP-Gegenansicht. Informationen, keine Rechtsberatung.
Mailchimp stellt einen AVV (Data Processing Addendum) bereit, der Standardvertragsklauseln enthält und vom Kunden gegengezeichnet werden kann. Damit ist das formale Minimum für eine EU-US-Übermittlung erfüllt, die zugrunde liegenden strukturellen Fragen löst der AVV allein aber nicht.
Broadcast auf einem deutschen Server selbst zu hosten verändert, wo die personenbezogenen Daten liegen und welche Auftragsverarbeiter beteiligt sind. Das ist eine spürbare Vereinfachung, kein Allheilmittel für Compliance. Self-Hosting kann Drittlandtransfers für Newsletter-Empfängerdaten beseitigen, sofern Server, SMTP-Anbieter, Backups, Analytics, Support-Tools und Error-Tracking durchgehend mit Auftragsverarbeitern in der EU konfiguriert sind. Das Bild ändert sich nur so weit, wie sich Ihr gesamter Stack ändert.
| Aspekt | Mailchimp (SaaS) | Broadcast Self-Hosted (EU-Stack) |
|---|---|---|
| Drittlandtransfer für Empfängerdaten | Ja, in die USA | Vermeidbar, wenn der gesamte Stack in der EU liegt |
| TIA erforderlich | Ja, mit dokumentierten zusätzlichen Garantien | Nicht erforderlich für Komponenten ohne Drittlandtransfer |
| Cloud-Act-Risiko | Ja (Intuit, USA) | Keines auf Datenbank- und Anwendungsebene von Broadcast, wenn bei einem deutschen oder EU-Anbieter gehostet; beim SMTP hängt es von der Anbieterwahl ab |
| Ihre Rolle | Verantwortlicher; Mailchimp ist Auftragsverarbeiter | Verantwortlicher; nur das SMTP-Relay (und weitere von Ihnen angebundene Tools) sind Auftragsverarbeiter |
| AVV erforderlich mit | Mailchimp und jedem Unterauftragsverarbeiter | Hoster und SMTP-Anbieter (beide in der EU wählbar) |
| Auskunfts- und Löschanfragen | Über die Mailchimp-API | Direkt in Ihrer eigenen Datenbank |
| Serverstandort wählbar | Nein | Ja (z. B. Hetzner Falkenstein/Nürnberg) |
Was Self-Hosting nicht löst: Sie brauchen weiterhin ein Impressum, eine Datenschutzerklärung, Double Opt-in, dokumentierte Löschprozesse, AVVs mit Ihrem Hoster und Ihrem SMTP-Anbieter sowie ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten. Self-Hosting kann die Drittlandtransfer-Frage vereinfachen, es erfüllt die DSGVO-Pflichten aber nicht von allein.
Broadcast läuft auf jedem Ubuntu-Server. Für deutsche Unternehmen, die nach Datensouveränität entscheiden, ist Hetzner eine häufige Wahl: deutsches Unternehmen (Sitz Gunzenhausen), Rechenzentren in Falkenstein und Nürnberg, transparente Preise.
2 vCPU, 4 GB RAM, 40 GB NVMe, 20 TB Traffic. Der aktuelle Einstieg bei Hetzner. Bequem für Listen bis ca. 50.000 Empfänger.
Größere Instanzen derselben Linie, für große Listen oder hohe Sendefrequenz. Ein Wechsel (Rescale) wird zum dann aktuellen Preis abgerechnet.
Self-Hosting ändert, welche Auftragsverarbeiter in Ihrem Stack beteiligt sind. Ihr SMTP-Relay bleibt aber Auftragsverarbeiter für die Empfängerdaten, die es durchlaufen. Broadcast arbeitet mit jedem SMTP-Anbieter; die Wahl beeinflusst die Transferlage deutlich.
Region Frankfurt
Die Verarbeitung in Deutschland ist wählbar. Das Cloud-Act-Risiko bleibt, weil AWS eine US-Muttergesellschaft hat. Sehr günstig: ca. $0.10 pro 1.000 E-Mails.
USA
Gehört ActiveCampaign. Hostet in den USA und bietet nach unserem Stand keine EU-Region. Starke Zustellbarkeit, aber ein Drittlandtransfer wie bei Mailchimp.
EU-Region
Betreiber ist die US-Firma Mailgun Technologies, Inc., die zum schwedischen Sinch-Konzern gehört. Als US-Unternehmen fällt Mailgun unter den Cloud Act. In der EU-Region bleiben Nachrichten, Logs und Statistiken in der EU. Konto-, Abrechnungs- und Domaindaten repliziert Mailgun global. Das gehört in Ihr TIA.
Frankreich
Französischer Anbieter ohne US-Muttergesellschaft. Hosting bei OVH in Frankreich und Google Cloud in Belgien. Die Liste der Unterauftragsverarbeiter enthält aber auch US-Dienste wie Cloudflare. Prüfen Sie sie für Ihr TIA.
Frankreich
Sitz Paris, gehört zu Sinch (Schweden). Datenverarbeitung in der EU auf Google Cloud. Eine vernünftige Option für den Mittelstand.
z. B. Postfix auf Hetzner
Maximale Kontrolle, kein zusätzlicher Auftragsverarbeiter. Setzt Erfahrung mit Mailserver-Administration und IP-Reputation voraus.
Rechenbeispiel für ein deutsches Unternehmen mit 10.000 Newsletter-Empfängern und wöchentlichem Versand.
10.000 Kontakte
Hetzner CX23 + Amazon SES Frankfurt
Geschätzte Ersparnis über 3 Jahre
~$4.250
Bei einem wöchentlichen Newsletter an 10.000 Kontakte, im Vergleich von Mailchimp Standard (ca. $4.860 über drei Jahre) mit Broadcast Self-Hosted auf Hetzner CX23 + Amazon SES Frankfurt (ca. $610 über drei Jahre: $250 Lizenz, 36 × $6 Server, 36 × $4 SES).
Basiert auf Beispielpreisen und Nutzungsannahmen. Mailchimp-Listenpreis Stand September 2026 (Standard, 5.001 bis 10.000 Kontakte, ohne den derzeitigen Einführungsrabatt von 15 % für die ersten zwölf Monate), Hetzner-Preis Stand September 2026, umgerechnet mit ca. 1,10 $ pro Euro; prüfen Sie die aktuellen Anbieterpreise vor einer Kaufentscheidung. Bei 20.000 Kontakten kostet Mailchimp Standard $315 statt $135 im Monat, also mehr als das Doppelte. Die Kosten beim Self-Hosting bleiben weitgehend gleich.
Broadcast macht Sie nicht automatisch DSGVO-konform. Es gibt Ihnen ein einfacheres Infrastrukturmodell: Ihre Liste, Ihr Server, Ihre Datenbank, Ihr gewählter SMTP-Anbieter.
Einmalige Lizenz. Keine Staffelpreise pro Abonnent. Kein Auftragsverarbeiter mit US-Sitz für die Anwendungs- oder Datenbankebene.
Comparisons cover the tradeoffs. How To covers whether Broadcast does the specific thing you need, organized by what you are trying to accomplish rather than by feature name. If the answer is no, it says no.
One-time payment, unlimited emails forever
"I was tired of spending hundreds per month on Beehiiv. Then I found Broadcast and now I can scale at my own pace without burning money I worked hard for."
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For agencies and consultants managing multiple client deployments